Familie

Schwangerschaft-baby 1pinimageHeute habe ich mal wieder einen Tag, an dem ich ewig lange an meinem Blog sitze, weil ich zwar weiß, was ich schreiben will, aber nicht wie. Das Thema ist „Familie und Erziehung und Beziehung und was das alles mit Fotografie zu tun hat“.

Das ist ein schwerer Brocken, weil wir und die Gesellschaft gerade in einem Wandel begriffen sind. Die überkommenen Erziehungsmodelle (mit Schlagworten wie Familienoberhaupt, gute Erziehung, Gehorsam, Ordnung, Struktur, Organisation) weichen langsam dem Begriff der Gleichwürdigkeit*. Wir wollen uns alle als Menschen gleicher Würde sehen und nicht mehr als Teil einer Rangordnung. Dieser Paradigmenwechsel ist einfach zu verstehen, aber im Familienkontext manchmal schwierig zu leben, weil wir mit den Wurzeln in unserer eigenen Kindheit hängen und in emotionalen Situationen auf die alten Reaktionsschemata zurückfallen. Wir wollen aber so nicht sein, wir wollen unsere Kinder zu eigenständig denkenden, selbstverantwortlichen und selbstbewussten Menschen erziehen und nicht durch Druck/Repression/Manipulation in eine Richtung drängen, die wir gern hätten. Weil wir es für richtig oder gar für einfach halten. Schwierig ist der Weg vor allem, weil wir uns nicht einfach mit „weil Mama das jetzt so entscheidet und Punkt“ aus der Affäre ziehen können. Aber die Besinnung darauf, dass wir alle Menschen sind und niemand würdiger ist als der andere**, ist der Schlüssel.

Und was ist mit der Fotografie?

Nun lebe ich (als Mensch ;)) die Gleichwürdigkeit und lerne täglich dazu, wie ich Objektivierungen vermeiden kann. Ich (als Fotografin) integriere das aber natürlich auch in meinen Alltag und brauche eure Mithilfe bei Fotoshootings. Bilder sind nur echt und lebendig, wenn sich alle Familienmitglieder abgeholt fühlen. Die Wünsche und Ideen aller sollen wahrgenommen werden. Wenn alle entspannt sind, entstehen liebevolle und echte Familienbilder, ganz ohne Bestechung und Drohung. Ihr profitiert davon als Familie, weil ihr die Zeit des Fotoshootings genießen könnt und ihr euch weder vorher rechtfertigen noch nachher den Familienfrieden wieder zurechtrücken müsst. Und ihr werdet die Bilder lieben.

 

*Gleichwürdigkeit wurde von Jesper Juul geprägt. Taucht aber auch bei Dr. Gerald Hüthers Modellen auf, die sich mit dem menschlichen Miteinander beschäftigen. Sein Begriff der Objektivierung stellt den Gegensatz zur Gleichwürdigkeit dar. In beiden Modellen geht es um die Subjekt-Subjekt-Beziehung, bei der die Wünsche, Gedanken, Gefühle und das innere Weltbild unseres Gegenübers akzeptiert werden. Wir denken aber zu viel in Rollen (das Kind, die Mutter) und objektivieren permanent. Wir machen – wie Hüther es sagt – unsere Mitmenschen zum Objekt unserer Maßregelungen und Bewertungen und

** Ich schreibe bewusst nicht, dass jemand mehr wert ist als der andere. Würde hat mit Wert nichts zu tun, sie bedeuten komplett unterschiedliche Dinge.

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