Sandras und Pauls Hochzeit im Marienschacht

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Diese lieblichen Sommertage sind mir die liebsten. Sonnabend, ausschlafen. Im Garten ein kleines Frühstück mit Kaffee und Obst. Der Wind streicht durch die Bäume im Garten, die Katze um die Beine. In Ruhe alles packen, die Objektive nochmal putzen (mir hat mal jemand vor Jahren gesagt, meine Bilder würden aussehen als hätte ich meine Objektive mit Butterbrotpapier geputzt. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen), Speicherkarten und Akkus überprüfen, ein passendes (wie immer kurzes) Kleid für den Tag aus dem Schrank suchen. Noch ein bisschen Kajal und Lippenstift und los geht es.

Ich bin gern früher da – vor allem weil es nichts Schlimmeres gibt als zur Hochzeit zu spät zu kommen. Und ich liebe es die Stimmung des Tages und der Gegend in mich aufzusaugen. Paul kommt bald. Unfassbar schick, zeitlos und meine Lieblingskombination: Blau mit braunen Schuhen. Wir warten gemeinsam auf die ersten Gäste, halten die Parklücke für das Brautauto frei. Und dann kommt sie. Sandra. Die Scheiben sind verspiegelt und man kann nicht mal einen klitzekleinen Blick ins Auto werfen. Das Auto steht zu nah an den Bäumen, trotzdem schaffe ich es mich noch dazwischenzudrängen und ein schönes Aussteigebild zu ergattern. Ich bin da auch eigen – zum einen finde ich diese Bilder wichtig, auf der anderen Seite bin ich zu sehr Reportagekind, um auf  den Gedanken zu kommen das Bild nachzustellen.

Die Gäste nehmen Platz. Ich suche mir meine Spots und bin bereit für die Trauung. Für mich die angespannteste Zeit des Tages, weil die Bilder sitzen müssen, ich aber nicht eingreifen kann und will aber zugleich nicht so viel Spielraum für Kreativität habe. Wie schon beim Probeshooting fällt mir auch hier auf, wie vorsichtig und liebevoll die beiden miteinander umgehen. Ich versuche noch weniger aufzufallen und löse nur wenig aus. So ein zarter Moment darf nicht totgeklackt werden.

Die letzten Töne aus dem Klavier verklingen, Hände werden geschüttelt, es wird gedrückt und geweint. Zwei Familien sind vereint. Gemeinsam fahren wir durch die Innenstadt nach Bannewitz zum Marienschacht. Das Auto ist sensationell. Eine Leihgabe vom Arbeitgeber für die Hochzeit – was für eine schöne Geste. Die Fahrt dauert auch ein bisschen länger. Die Stadt ist gesperrt: ein Dynamospiel. Ein paar schöne Bilder mit Straßenbahnen voller Fans sind auch entstanden – aber das Persönlichkeitsrecht in Deutschland ist mir ein Buch mit 7 Siegeln – ist mir zu heiß zu veröffentlichen. Schade, aber was solls.  Bilder an der Uni lassen wir uns nicht entgehen. Nochmal schade: Das Hörsaalzentrum ist Samstags abgeschlossen. Notiz für mich: Mal ein Fotoshooting in der Uni machen.

Unterwegs der Ehrgeiz möglichst viele Schnappschüsse der Landschaft zu erwischen. Ich freue mich kurz über das eingefangene gelbe Schild „Bannewitz“, ein Glückstreffer bei 70 Km/h. Und dann kommt der Marienschacht in Sicht. Er thront über der Landschaft, der Förderturm des ehemaligen Steinkohlebergwerks. Oben angekommen ist die Sicht über Dresden wirklich schön. Da wir genügend Zeit an der Uni verdüdelt haben, stehen alle schon bereit, die Blumenkinder sind entzückend, die Gäste auch. Die Torte sieht lecker aus. Sehr sogar. Und ist ausgesprochen fotogen. Der ganze Marienschacht sowieso. Ich liebe Backstein, Stahl, industrielle Architektur, die neckischen „Glück auf“-Details, bunte Pompoms dazu.

Der Tag vergeht dann rasend schnell, es ist viel zu tun – Spiele (auch Fotospiele), fotonarrische Kinder, Paarshooting, Ringbilder, Dekoration, Strauß, Essen, Landschaft, Gruppenbilder, Tanz. Fertig. Der Nachmittag rauscht immer an einem vorbei, meist ist kaum Zeit zum Luftholen. Deswegen genieße ich das Essen immer sehr. Ich fotografiere da generell nicht – weder Kuchenreste in den Mundwinkeln, noch Kaffeeflecken. Nur bei den Reden passe ich auf – aber die liebe ich sowieso. Meine heimlichen Höhepunkte des Tages. Aber nicht verraten ;-).

Da ich es diesmal so eingerichtet habe, dass ich zwischendurch mit dem Brautauto mitfahren kann, muss mich Tobi abholen. Irgendwie ist es immer so, dass er so lange warten muss, bis ich fertig bin. Schließlich muss ich mich noch von allen verabschieden. Diesmal wollte ich ihn nicht warten lassen und haben ihn spät angerufen. Und er hat sich extra Zeit gelassen. Da saß ich noch eine halbe Stunde im Mondschein, habe den sensationellem Blick vom Marienschacht über Dresden genossen und meine Füße baumeln lassen. Die mögen mich nach 10  Stunden durchgängig auf den Beinen meistens nicht mehr. Im Bett zu Hause schlafe ich immer sofort ein. Nach meinen ersten Hochzeiten habe ich danach immer furchtbar wirr und nur von Hochzeiten geträumt. Das ist nun nicht mehr so :-).

Nun ist eine Woche Zeit bis zur nächsten Hochzeit.

Zum Probeschooting waren wir übrigens auch schon im Marienschacht: http://fotografier-mich.net/2017/11/gluecklich/.

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