Seid frech und wild und wunderbar!

Heute ist der Tag, der unseren Kindern gewidmet ist. Das heißt nicht unbedingt, dass sie deswegen mit Geschenken überhäuft werden sollen oder mehr Wünsche erfüllt bekommen. Vielleicht sollten wir einfach nur mal darüber nachdenken was Kinder für uns sind, was sie für uns bedeuten und was wir von ihnen abverlangen. Ich lerne viele Familien kennen und erlebe zu oft deren Nachwuchs als „Projekte“ kennen.

Hannah soll wohlerzogen sein und sich unterordnen können, Luca darf nicht sitzen bleiben, Marie braucht mehr Selbstbewusstsein, Jacob ist zu wild, Lisa hat die falschen Freunde.

Eltern wissen alles besser, haben unendlich viel erlebt und wollen letztlich nur eines: Ihr Kind soll glücklich sein. Das klingt nach einem einfachen und nachvollziehbaren Grund. Ohne Zweifel! Aber wir vergessen viel zu oft, unseren Kindern zuzugestehen, auch unglücklich zu sein. Schlechte Laune gehört zum Leben dazu. Vor allem sollten wir  aber aufhören zu denken, wir wären eins mit unseren Kindern. Sie leben ihr eigenes Leben. Mit den eigenen Auf und Abs, mit den eigenen tollen und beschissenen Phasen. Wir als Eltern sollten unseren Kindern beistehen, diese Phasen aus eigener Kraft zu meistern und aufhören, ihren Weg zu glätten, sie zu bevormunden oder ihnen zu sagen, was richtig und falsch ist. Sie machen ihre eigenen Erfahrungen und lernen nebenbei, auch ohne erhobenen Zeigefinger.

Ich habe einen Sohn, der nicht ganz so gesellschaftskonform ist wie es sich manche wünschen würden. Ansgar ist zu wild, manchmal zu laut und chaotisch, er liebt rosa und malt gern, will lange Haare wie Rapunzel haben, träumt wenn er zuhören soll und plappert wenn er schlafen soll. So what. Er wird seinen Weg gehen und ich werde nicht entscheiden, wie er sein soll. Deswegen wünsche ich mir für alle Kinder:

„Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

Astrid Lindgren

 

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